Ziel der systematischen Abrichtung ist es, eine intrapsychische Parallelwelt im Kind zu erschaffen, die durch die Täter jederzeit abrufbar und steuerbar ist und für die das Kind im Alltag amnestisch ist (Schramm, 2012). 

Täter nutzen die Dissoziationsfähigkeit von Kindern, um unter Folter und Manipulation gezielt Persönlichkeiten abzuspalten bzw. eine Dissoziative Identitätsstruktur (Multiple Persönlichkeit) zu erschaffen. Die Kinder erhalten (meist ab der Geburt) ein regelmäßiges „Training“ (drastische Bestrafungen, Überschreitung aller Ekel- und Schamgrenzen, Ausführen von Gewalt gegen andere, polarisiertes Weltbild erzeugen, komplette Unterwerfung, Schweigegebote). Mit drastischen Methoden wird eine Festlegung und Automatisierung des gewünschten Verhaltens erzwungen (Konditionierung). Darauf aufbauend kommt Programmierung hinzu, d. h. das Erzeugen von Ketten aneinandergesetzter konditionierter Verhaltensweisen, die jeweils an verschiedene innere Persönlichkeiten gebunden sind und von Tätern durch konditionierte Auslöser in Gang gesetzt und gestoppt werden können (Fliß, 2012).

Es gibt z.B. Rückkehrprogramme, Suizidprogramme, Anti-Schlaf-Programme, Anti-Hilfe-Programme, Autoagressionsprogramme und Nahrungsverweigerungsprogramme. 

Kinder, die dies überleben und wie gewünscht „funktionieren“, bringen dem Kult den größten Nutzen – sie haben Stärke und sind dennoch kontrollierbar (auch im späteren Erwachsenenleben) (Baphomet, 2010). 

Weitere Informationen:

Netzwerk ALTERNATIEF (2015): Organisierte Rituelle Gewalt und Mind Control - Standortbestimmung 2015. Tagungsdokumentation. Erhältlich über www.alternatief.org oder fachtag@alternatief.org

Baphomet (2010): Konditionierung und Programmierung. In: Fliß, C., Igney, C. (2010): Handbuch Rituelle Gewalt (S. 153-167), Lengerich: Pabst Science Publishers. 

Becker, T. (o.J.): Programmierung – Handout, Lüneburg, www.beckertho.de 

Breitenbach, G. (2012): Wie lässt sich das Wissen um die systematische Bewusstseins-Spaltung in Ritueller Gewalt und Mind-Control planvoll therapeutisch nutzen? Zeitschrift für Psychotraumatologie, Psychotherapiewissenschaft, Psychologische Medizin, Jg. 10, Heft 4/2012.

Fliß, C. (2012): Konditionierung und Programmierung von Nachfolgegeneration in Kulten. Trauma & Gewalt, Jg. 6, Heft 4 2012, S. 330-341.

Fliß, C., Schramm, S. für die Fortbildungsgruppe MOSAIK (2012): Fortbildungsmaterialien zu Programmierung und Deprogrammierung
Die 3. MOSAIK-Jahresfortbildung: Organisierte Rituelle Gewalt und Komplextrauma. Kompetenzstärkung für Begleitung/Beratung/Therapie
siehe auch Fortbildungsreihe Rituelle Gewalt, Start Juni 2016 in Bremen, Referentin: Claudia Fliß, weitere Infos: Flyer_Fliss_2016

Fröhling, U. (2008): Vater unser in der Hölle. Bergisch-Gladbach: Bastei-Lübbe. (Erfahrungsbericht)

Lindstrom, H. & Sniehotta, J. (2016): Abwegig. Überleben und Therapie bei ritueller Gewalt. Kröning: Asanger. (Erfahrungsbericht)

Miller, A. (2014): Jenseits des Vorstellbaren. Therapie bei Ritueller Gewalt und Mind Control. Asanger: Kröning.

Miller, Alison (2016): Werde, wer Du wirklich bist. Mind Control und Rituelle Gewalt überwinden. Kröning: Asanger.
Flyer (Vorbestellung zum ermäßigten Preis ist schon möglich)

Ross, C. A. (2000): Bluebird. Deliberate Creation of Multiple Personality by Psychiatrists. Richardson TX: Manitou Publications. 

Schramm, S. (2011): Systematische Kinder-Abrichtung in Deutschland. Sozialpsychiatrische Informationen, Jg. 41, Heft 2/2011, S. 38-42

Stichting Alternatief Beraad (2011): Rapportage van een onderzoek. (Vollständige Fassung auf niederländisch) www.alternatiefberaad.nl, deutsche Übersetzung des Schlusskapitels gibt es über VIELFALT e.V.
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Stichting Alternatief Beraad (2004): Konzeptprotokoll für das Deprogrammieren bei “rituellem sadistischem Missbrauch”. Download PDF